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DRK-Suchdienst: Immer noch mehr als 8.000 Anfragen zum Zweiten Weltkrieg (vom 29.08.2017)
Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rechnet in diesem Jahr erneut mit mehr als 8.000 Suchanfragen zu Vermissten des Zweiten Weltkrieges. Im ersten Halbjahr 2017 gingen dazu bereits 4.193 Anfragen ein. „Das Schicksal von Millionen Menschen, die durch den Zweiten Weltkrieg und Vertreibung ihre Angehörigen verloren haben, beschäftigt auch heute noch viele Familien. Deshalb freut es mich, dass wir mit dem Bundesinnenministerium, das den DRK-Suchdienst finanziert, übereingekommen sind, die Suche nach Vermissten des Zweiten Weltkrieges doch noch weiterzuführen und zwar bis Ende 2023“, sagte DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters am Dienstag zum Internationalen Tag der Vermissten auf einer Pressekonferenz.
Auch die Zahl der Suchanfragen von Flüchtlingen, die in den vergangenen Jahren auf dem Weg nach Deutschland den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben, bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Hier erreichten den DRK-Suchdienst im Jahr 2016 knapp 2.800 neue Anfragen – so viele wie noch nie.

„In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen 1.189 Anfragen ein – wenn man es hochrechnet, also nur etwas weniger als im Rekordjahr 2016“, sagte Seiters. Hauptherkunftsländer der Suchenden und Gesuchten seien Afghanistan, Syrien und Somalia. Darunter befänden sich auch viele unbegleitete Minderjährige – allein 316 Fälle im ersten Halbjahr 2017.

Auf internationaler Ebene wurde mit dem Internetportal „Trace-the-Face“ des Roten Kreuzes und einem passwortgeschützten Bereich für Kinder die Online-Suche mit Fotos sowohl für erwachsene Flüchtlinge als auch für Kinder weiter deutlich ausgebaut und technisch verbessert. „Dadurch rechnen wir auch mit mehr Erfolgen bei der Suche nach vermissten Familienangehörigen“, sagte Seiters.

Im vergangenen Jahr wandten sich fast eine Million Menschen (995.893) an Büros des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in aller Welt, um den Suchdienst in Anspruch zu nehmen oder sich über Schutzfragen zu informieren, zum Beispiel im Fall von verhafteten Verwandten. „Heute gibt es mehr Flüchtlinge als je seit 1945, und die Migration hat einen Rekordstand erreicht. Nicht nur die Anzahl vermisster Migranten nimmt zu, sondern auch die Anzahl der Vermissten in bewaffneten Konflikten“, sagte Martin Schüepp, stellvertretender Direktor für Europa/Zentralasien beim IKRK.

Foto: Nach 72 Jahren dank des DRK-Suchdienstes wiedergefunden: Die Geschwister Christel Ehrich und Günter Peleiski, hier mit DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters.

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